Präventionsagentur gegen Rechtsextremismus

Die im Juni 2008 beim rheinland-pfälzischen Verfassungsschutz  eingerichtete Präventionsagentur gegen Rechtsextremismus baut mit Priorität ein Präventionsnetzwerk innerhalb der Landesverwaltung auf. Vorrangige Ziele sind, die Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus in den Regionen weiter zu intensivieren und sie noch besser zu koordinieren. Ebenso soll der Informationsaustausch untereinander verstärkt werden. Eine wichtige Grundlage hierfür hat die Präventionsagentur mit dem Aufbau eines internen Internetportals für die Landes- und Kommunalverwaltung geschaffen.

Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz

Was können Gemeinden, Institutionen, Initiativen oder Bürgerinnen und Bürger tun, wenn Rechtsextremisten in einer Region versuchen,

  • Jugendeinrichtungen zu unterwandern
  • Demonstrationen oder Konzerte zu veranstalten
  • Einfluss auf junge Menschen zu nehmen, oder wenn
  • fremdenfeindlich oder antisemitisch motivierte Straf- und Gewalttaten begangen werden 
  • die „ewig Gestrigen“ ihre Propaganda zum Beispiel Postwurfsendungen verteilen
  • sich Jugendliche rechtsextremistisch orientieren.

An wen kann man sich wenden, wenn man betroffen ist und/oder zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus, für Vielfalt und Toleranz entfachen möchte? Zu allen diesen Fragen ist das „Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz“ ein guter, sachkundiger Ansprechpartner. Es berät anlassbezogen, vermittelt Erfahrungen und aktiviert problemspezifische Unterstützung durch Fachleute aus unterschiedlichen Berufsfeldern und gesellschaftlichen Handlungsbereichen.

Das Beratungsnetzwerk versteht sich vor allem als Moderator und Prozessbegleiter, als Katalysator für zivilgesellschaftliches Engagement. Die Hilfeleistungen durch das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus erfolgen schnell, unbürokratisch, professionell und kostenlos.

Landeskoordinierungsstelle als Ansprechpartner
Das Landesamt für Soziales, Jugend & Versorgung – Landesjugendamt – ist in seiner Funktion als Landeskoordinierungsstelle Ansprechpartner. Das Beratungsnetzwerk – www.beratungsnetzwerk-rlp.de/startseite und www.beratungsnetzwerk-rlp.de/opferberatung – ist Teil des Programms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

Kontakt:
Tel. 06131 – 967185
E-Mail: beratungsnetzwerk(at)lsjv.rlp.de

(R)AUSwege - das rheinland-pfälzische Aussteigerprogramm

Rheinland-Pfalz sieht der wachsenden Bedrohung durch Rechtsextremisten nicht tatenlos zu. Gleichzeitig soll aber nicht die Tür für diejenigen zugeschlagen werden, die durch besondere Umstände in die rechte Szene gelangt sind und keinen Ausweg sehen, sich von ihr zu befreien. 

Aus diesem Grund hat Rheinland-Pfalz das Programm (R)AUSwege ins Leben gerufen, das sich in Trägerschaft des Ministeriums für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen befindet. Hier lesen Sie mehr: http://lsjv.rlp.de/de/unsere-aufgaben/kinder-jugend-und-familie/projekte-gegen-extremismus/rauswege/

Projekt „Rückwege”

Rückwege – Auf der Schwelle zum Rechtsextremismus

Das Projekt Rückwege (http://lsjv.rlp.de/de/unsere-aufgaben/kinder-jugend-und-familie/projekte-gegen-extremismus/rueckwege/) setzt dort an, wo Jugendliche und junge Menschen auf der Schwelle zum Einstieg in ein rechtsextremes Umfeld stehen. Ihnen werden die Konsequenzen ihres Handelns und mögliche Alternativen aufgezeigt, bevor sich extremistische Haltungen verfestigen können. 

Rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen und jungen Menschen sollen persönliche und berufliche Perspektiven erschlossen werden. Ebenso wird das Selbstbewusstsein der Betroffenen gestärkt, um sie gegen extremistisches Gedankengut immun zu machen. Die Maßnahmen wirken der weiteren Annäherung an rechtsextreme Gesinnungskreise entgegen. Ein früher Ausstieg aus der Szene und der Rückweg in die Gesellschaft werden ermöglicht. 

Weiterführende Informationen zum Rückwege-Programm erhalten Sie unter rueckwege(at)lsjv.rlp.de oder dem kostenfreien Hotline-Telefon: 0800 45 46 000

LSJV – Elterninitiative gegen Rechts

Die „Elterninitiative gegen Rechts“ bietet Eltern und Angehörigen von Jugendlichen, die in den Einflussbereich rechtsextremistischer Gruppierungen beziehungsweise der rechten Szene geraten sind, Unterstützung und Hilfe an.

Sie ist Bestandteil der Maßnahmen des Landes Rheinland-Pfalz gegen den Rechtsextremismus. Die „Elterninitiative gegen Rechts“ wird gefördert vom bundesweiten Programm „entimon – gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus“. Dieses ist Teil des übergeordneten Aktionsprogramms „Jugend für Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Opferberatung im Beratungsnetzwerk

Die „Opferberatung Rechtsextremismus Rheinland-Pfalz“ ist Bestandteil des Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus. Sie möchte Betroffenen, die Opfer eines rechtsextremen Übergriffes oder Zeugen einer solchen Tat geworden sind, helfen und diese unter anderem in Form von psychosozialen Gesprächen dabei unterstützen, das Geschehene besser zu verarbeiten. Wenn gewünscht, werden Opfer zu polizeilichen Vernehmungen, Gerichtsverhandlungen oder ärztlichen Untersuchungen begleitet und gegebenenfalls an Anwälte oder Trauma-Experten weiter vermittelt. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich, auf Wunsch auch anonym, unabhängig davon, ob Anzeige erstattet wurde, parteilich (Bedürfnisse des Opfers sind zentral) und gegebenenfalls auch vor Ort.

Kontaktaufnahme unter:
Tel. 06131/2877789  
E-Mail: opferberatung(at)lsjv.rlp.de

Kommunikationsplattform gegen Rechtsextremismus – komplex.rlp.de

www.komplex-rlp.de bietet Jugendlichen, Eltern und Fachkräften eine Plattform für Information und Diskussion rund um das Thema Rechtsextremismus.

Die Internet-Plattform „komplex” ist nach dem speziell für Jugendliche gestalteten Aussteigerprogramm (R)AUSwege, dem Konzept "Elterninitiativen gegen Rechts" und dem „Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus” das vierte Projekt auf Landesebene, das unter der Federführung des Landesjugendamts zu dem Problembereich Rechtsextremismus gestartet wurde.